
Ein Septum Piercing stechen zu lassen wirkt auf den ersten Blick unkompliziert: Schmuck aussuchen, kurz durchatmen, stechen lassen, fertig. Tatsächlich gehört beim Septum aber einiges an Erfahrung dazu. Besonders wichtig ist die richtige Stelle in der Nasenscheidewand. Denn ein professionell gestochenes Septum sitzt in der Regel nicht mitten im festen Nasenknorpel, sondern in einer dünnen, weichen Gewebezone.
Genau diese Platzierung hat grossen Einfluss darauf, wie sich das Stechen anfühlt, wie das Septum später sitzt und wie unkompliziert es verheilen kann. Auch steriles Arbeiten, passender Erstschmuck und eine sorgfältige Nachsorge spielen eine entscheidende Rolle.
Ein weiterer Vorteil des Septums ist seine Vielseitigkeit. Mit einem feinen Ring wirkt es dezent, mit auffälligem Schmuck wird es schnell zum Blickfang. Je nach Schmuckform lässt es sich sogar in die Nase hochklappen und damit nahezu unsichtbar tragen. Vor dem Stechen lohnt es sich deshalb, nicht nur über den gewünschten Look nachzudenken, sondern auch über deine Anatomie und deinen Alltag.
Das Septum befindet sich an der Nasenscheidewand. Trotzdem wird beim klassischen Septum Piercing idealerweise nicht einfach durch den festen Knorpel der Nasenscheidewand gestochen. Gesucht wird eine dünne, weiche Gewebestelle zwischen dem unteren Bereich des Nasenknorpels und dem festeren Gewebe darunter. Diese Zone wird häufig als «Sweet Spot» bezeichnet.
Wo genau dieser Sweet Spot liegt und wie gross er ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Bei manchen Nasen lässt er sich sehr deutlich ertasten, bei anderen ist nur wenig geeignetes Gewebe vorhanden. Auch eine schiefe Nasenscheidewand oder asymmetrische Anatomie kann beeinflussen, wie das Septum platziert werden sollte.
Deshalb darf die Position nicht einfach nach einer Standardschablone festgelegt werden. Ein erfahrener Piercer oder eine erfahrene Piercerin tastet deine Nasenscheidewand vor dem Stechen sorgfältig ab und beurteilt, wo sich das Piercing anatomisch sinnvoll setzen lässt.
Wird ein Septum versehentlich zu hoch, zu tief oder durch festen Knorpel gestochen, kann es stärker schmerzen, ungünstig sitzen und schwieriger verheilen. Eine professionelle Platzierung bedeutet deshalb nicht zwingend, dass der Stichkanal auf den Millimeter genau dort liegt, wo du ihn dir anhand eines Fotos vorgestellt hast. Entscheidend ist die Kombination aus Anatomie, sicherer Platzierung und gewünschter Optik.
Für deinen Termin solltest du ausgeschlafen sein, ausreichend gegessen und genügend getrunken haben. Das hilft deinem Kreislauf und macht den Termin meist deutlich entspannter. Alkohol und andere Substanzen, die Blutungen oder deine Wahrnehmung beeinflussen können, gehören vor dem Piercingtermin nicht dazu.
Nimmst du Medikamente ein, die sich auf die Blutgerinnung auswirken, setzt du diese selbstverständlich nicht eigenmächtig ab. Besprich Unsicherheiten vorher mit deiner Arztpraxis und informiere dein Piercingstudio.
Beim Septum spielt ausserdem der Zustand deiner Nase eine besondere Rolle. Bei einer starken Erkältung, gereizten Nasenschleimhäuten, häufigem Niesen oder entzündeten Stellen ist es meist sinnvoller, den Termin zu verschieben. Naseputzen und ständige Reizung sind direkt nach dem Stechen ohnehin unangenehm und können den frischen Stichkanal zusätzlich belasten.
Überlege dir vorab auch, wie sichtbar dein Septum im Alltag sein darf. Wenn du es beispielsweise bei der Arbeit verstecken möchtest, solltest du das bereits bei der Beratung erwähnen. Je nach Anatomie und gewähltem Erstschmuck kann ein Septum nach innen hochgeklappt getragen werden. Während der Heilung sollte es allerdings nicht ständig hoch und wieder herunter geklappt werden. Idealerweise entscheidest du dich für eine Position und lässt das Piercing möglichst in Ruhe verheilen.
Ein professioneller Termin beginnt mit der Beratung und der Kontrolle deiner Anatomie. Dabei wird geprüft, wo dein Sweet Spot liegt und welche Platzierung zu deiner Nase passt. Gleichzeitig kannst du besprechen, welchen Schmuck du später tragen möchtest und ob dein Septum zeitweise unsichtbar sein soll.
Danach wird der Bereich vorbereitet und die Position des Piercings festgelegt. Die Platzierung sollte so gewählt werden, dass der Schmuck später harmonisch sitzt und der Stichkanal durch geeignetes Gewebe verläuft.
Das eigentliche Stechen dauert nur wenige Sekunden. Eine sterile Piercingnadel wird kontrolliert durch die zuvor bestimmte Stelle geführt und anschliessend der Erstschmuck eingesetzt. Eine Piercingpistole hat bei einem Septum nichts zu suchen.
Viele Menschen beschreiben beim Stechen weniger einen starken Schmerz als einen kurzen, intensiven Druck oder ein Ziehen. Sehr typisch sind tränende Augen. Das passiert reflexartig durch die empfindliche Region der Nase und bedeutet nicht, dass etwas falsch gelaufen ist.
Nach dem Einsetzen wird kontrolliert, wie der Schmuck sitzt. Dabei sollte auch geprüft werden, wie das Septum von vorne und von der Seite wirkt. Gerade bei asymmetrischen Nasen ist wichtig zu verstehen, dass ein anatomisch korrekt gesetztes Septum optisch nicht immer vollkommen symmetrisch wirken kann.
Anschliessend bekommst du konkrete Hinweise für die Nachsorge. Bei Blade & Shade stehen eine sorgfältige Platzierung, hygienisches Arbeiten und eine persönliche Betreuung vor und nach dem Stechen im Mittelpunkt.
Beim Erstschmuck zählen Material, Grösse und Form mehr als der aktuelle Schmucktrend. Implantatgeeignetes Titan ist für ein frisches Septum häufig eine sehr gute Wahl. Es ist leicht, hochwertig und wird von vielen Menschen gut vertragen.
Typisch für ein frisch gestochenes Septum sind beispielsweise Circular Barbells, die häufig als Hufeisen bezeichnet werden. Sie haben den Vorteil, dass sie bei entsprechender Grösse und Anatomie nach innen geklappt werden können.
Die Schmuckgrösse muss zur Nase passen und genügend Platz für die erste Heilungsphase bieten. Ein zu enger Ring kann Druck auf das frische Gewebe ausüben. Ein unnötig grosser Schmuck kann dagegen leichter hängen bleiben und sich stärker bewegen.
Wenn du später einen besonders eng anliegenden Ring tragen möchtest, ist das deshalb nicht automatisch die beste Variante für den Erstschmuck. Nach vollständiger Heilung kann das Septum bei Bedarf auf einen anderen Durchmesser oder Schmuckstil angepasst werden.
Auch ein perfekt gestochenes Septum braucht Zeit zum Heilen. Häufig beruhigt sich die Stelle relativ schnell, der Stichkanal selbst benötigt jedoch deutlich länger, bis er belastbar ist. Je nach Anatomie, Pflege und individueller Wundheilung solltest du mit mehreren Wochen bis einigen Monaten rechnen.
Dass dein Septum nach kurzer Zeit nicht mehr wehtut, bedeutet deshalb noch nicht, dass es vollständig verheilt ist. Ein zu früher Schmuckwechsel kann den Stichkanal erneut reizen oder kleine Verletzungen verursachen.
In den ersten Tagen können Druckempfindlichkeit, leichte Schwellungen und etwas Wundsekret auftreten. Auch kleine Krusten am Schmuck sind während der Heilung nicht ungewöhnlich. Zunehmende Schmerzen, starke Schwellungen, deutliche Überwärmung, unangenehmer Geruch oder auffälliges Sekret solltest du dagegen professionell abklären lassen.
Für die Pflege gilt vor allem: möglichst wenig manipulieren.
Gerade die Nasenschleimhaut kann empfindlich auf zu intensive Pflege reagieren. Mehr Reinigung bedeutet deshalb nicht automatisch eine bessere Heilung.
Ein frisches Septum macht sich besonders bei Dingen bemerkbar, über die du sonst kaum nachdenkst. Beim Naseputzen solltest du vorsichtig sein und starken Druck oder Ziehen am Schmuck vermeiden. Auch beim Abtrocknen des Gesichts, Abschminken oder Anziehen enger Oberteile kann der Schmuck hängen bleiben.
Niesen lässt sich natürlich nicht verhindern. Versuche lediglich, möglichst wenig Druck auf die frisch gepiercte Nase auszuüben. Bei Heuschnupfen oder regelmässiger Verwendung von Nasenspray solltest du dies bereits beim Beratungsgespräch erwähnen.
Möchtest du dein Septum während der Heilung verstecken, sollte auch das vorher geplant werden. Ein geeigneter Schmuck kann je nach Anatomie hochgeklappt werden. Problematisch ist weniger das Hochklappen selbst als das ständige Bewegen des Schmucks durch den frischen Stichkanal. Wenn das Septum während der Heilung unsichtbar bleiben muss, kann es sinnvoll sein, es hochgeklappt verheilen zu lassen.
Auch Schwimmbad, Whirlpool und See sind während der frischen Heilungsphase nicht ideal. Verunreinigtes Wasser und längerer Wasserkontakt können die empfindliche Stelle reizen. Halte dich hier an die individuelle Empfehlung deines Piercingstudios.
Die Frage nach den Schmerzen gehört zu den häufigsten vor einem Septum Piercing. Eine genaue Zahl auf einer Schmerzskala wäre allerdings wenig aussagekräftig. Schmerzempfinden ist individuell und hängt zusätzlich von deiner Anatomie und der exakten Platzierung ab.
Wird der Sweet Spot sauber getroffen, empfinden viele das Stechen als überraschend kurz und gut auszuhalten. Typisch sind ein kurzer Schmerzreiz, Druck in der Nase und tränende Augen. Wird dagegen durch festen Knorpel gestochen, kann das deutlich unangenehmer sein.
Ein Septum Piercing bleibt trotzdem ein Eingriff in das Gewebe. Zu den möglichen Problemen gehören Reizungen, Infektionen, Druckstellen durch ungeeigneten Schmuck oder eine ungünstige Platzierung. Gerade beim Septum kann auch ein schief wirkender Sitz zum Thema werden. Dabei muss unterschieden werden, ob tatsächlich schief gestochen wurde oder die natürliche Anatomie der Nase den Schmuck asymmetrisch erscheinen lässt.
Bei starken oder zunehmenden Beschwerden solltest du den Schmuck nicht einfach selbst entfernen. Lass die Stelle zuerst von deinem Piercingstudio beurteilen und hole bei ausgeprägten Beschwerden medizinischen Rat ein.
Nicht jede Nase bietet exakt dieselben Voraussetzungen für ein Septum Piercing. Bei den meisten Menschen lässt sich ein geeigneter Bereich finden, doch Grösse und Position des Sweet Spots unterscheiden sich deutlich. Auch ausgeprägte anatomische Besonderheiten können die mögliche Position beeinflussen.
Deshalb ist die Kontrolle der Nase vor dem Stechen so wichtig. Im Beratungsgespräch lässt sich klären, welche Platzierung realistisch ist, welcher Schmuck dazu passt und wie das Septum später wirken wird.
Besonders sinnvoll ist eine persönliche Beratung, wenn deine Nasenscheidewand deutlich asymmetrisch ist, du bereits Operationen oder Verletzungen im Nasenbereich hattest, auf bestimmte Metalle reagierst oder dein Septum im Beruf verstecken musst.
Ein Septum ist innerhalb weniger Sekunden gestochen, soll dich im besten Fall aber viele Jahre begleiten. Deshalb lohnt es sich, bei Studio, Platzierung und Erstschmuck genauer hinzuschauen.
Entscheidend ist vor allem, dass deine individuelle Anatomie berücksichtigt und der geeignete Sweet Spot sorgfältig bestimmt wird. Dazu kommen steriles Arbeiten, hochwertiger Schmuck und eine Nachsorge, bei der du auch nach dem Termin eine Ansprechperson hast.
Wenn du dein Septum Piercing stechen lassen möchtest, nimm dir vor dem Termin deshalb Zeit für eine persönliche Beratung. So lässt sich klären, welche Platzierung zu deiner Nase passt, welcher Erstschmuck sinnvoll ist und wie sich dein gewünschter Look sicher umsetzen lässt. Wir bei Blade & Shade beraten dich gerne in einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch. Buche dafür einfach online deinen Termin mit unserem Piercer.